Botenvögel im neuen Lokal in Rorschach

Der Regen wollte nicht aufhören an diesem 29. August Der Regen wollte an diesem 29. August 2020 nicht aufhören. Trotzdem waren rund 60 Personen nach Rorschach gekommen, darunter ein gutes Dutzend Kinder, um an der Eröffnung des neuen Lokals von ATD Vierte Welt Ostschweizteilzunehmen. Mitten im Raum, gut sichtbar durch das Schaufenster, hing die reizende schwebende Installation der Botenvögel von Tapori aus aller Welt. Sie drehte sich über unseren Köpfen, ein fröhliches Karussell! Es verschönte den Regentag und erinnerte an die Träume der Kinder für eine bessere Welt. 

Am Eingang empfing uns Kevin, ein junger Mann, der den ganzen Tag dafür sorgte, dass sich alle in die Covid-19-Liste einschrieben und eine Maske trugen. Unter den Besuchern war auch eine Kindergärtnerin, die sich an der Botenvogel-Kampagne beteiligt hatte, und ein Ehepaar, das den ersten Jahresbericht des Rorschacher Teams mit Fotos und Bildern von Urs Kehl gedruckt hatte. Und da waren die Kinder, die ihre Botschaften am Kunstwerk der Botenvögel wiederentdeckten. 

Nach der ersten Begrüssungszeit gab es mehrere Gelegenheiten, sich besser kennenzulernen und sich in kleinen Gruppen auszutauschen. Zuerst bei einem Spaziergang, der von ortsansässigen Mitgliedern geführt wurde. Dann bei einem eritreischen Mittagsmahl, das von Müttern sorgfältig zubereitet worden war, die diesen Sommer mit ihren Kindern im Haus in Treyvaux Ferien erlebt hatten. Nach dem Essen wurde in Gruppen über die Erfahrungen am Wohnort, so in Rorschach, Basel, Zürich, Freiburg, Genf und anderswo, ausgetauscht. Zum Schluss gab es eine Videokonferenz mit Kindern und Familien aus Haiti, Kamerun, Kongo-Brazzaville, den USA und Frankreich, die ebenfalls an der Tapori-Kampagne der Botenvögel teilgenommen hatten. 

Es sind sicher diese Botenvögel, die uns in Erinnerung bleiben werden! Und auch das Bild von Guendouz im Schaufenster, das Jugendliche in den Strassen von Rorschach zeigt und die Frage nach ihrer Zukunft stellt. Die Botenvögel tragen übrigens auf durchsichtigen Lamellen die Botschaften der Kinder, die sich gegenseitig ermutigen.

«Ich liebe euch…. habt Geduld!»

«Je suis heureux, parce qu’enfin je peux revoir ma maman.» (Ich bin glücklich, weil ich endlich meine Mutter wiedersehen kann.)

«Ein Vogel hat niemals Angst, dass der Ast unter ihm wegbricht, weil er auf seine Flügel zählen kann.»

«Auch ein Baum kann ein guter Freund sein.»

Bald werden die Vögel anderswohin fliegen: zu Schulen, Bibliotheken, Kulturzentren. Wir wären Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dankbar, wenn auch Sie den Vögeln eine Tür öffnen könnten! Schreiben Sie uns.

Noldi Christen