Echos der Filmvorführungen „was ist aus uns geworden“

Es waren rund 70 Personen, die am 7. November 2019 ins Cevi-Kino Rorschach kamen, um den Film „was ist aus uns geworden“ zu sehen. Ein schöner Auftakt zum Einsatz von Agnès Dumas und Urs Kehl in der Ostschweiz! Viele Besucher kamen dank der Werbung von Ruth Diethelm und Peter Bruderer, die nach dem Film auch das anschliessende Gespräch mit den Hauptdarstellern und dem Regisseur Simeon Brand leiteten. 

Die erste Szene des Films liess die Zuschauer in eine Situation eintauchen, in der Menschen in Armut und ein Mann aus andern Verhältnissen aneinander vorbeireden, sich nicht verstehen. Die in Not und Ausgrenzung gewachsene Sprache und jene, die sich aus andern Erfahrungen speist, treffen sich nicht. Man müsse jedem Menschen die Sprache lassen, die zu ihm gehöre, sagt dann Jean-Marc. Aber man müsse einander verstehen lernen.

So öffnet uns der Film Schritt um Schritt für die grundlegenden Anliegen der Bewegung ATD Vierte Welt, aus denen auch ihre Sprache wächst: die Begegnung auf Augenhöhe und das gegenseitige Lernen von armutsgeprägten Menschen, engagierten Mitarbeitenden und andern Mitgliedern der Gesellschaft. 

Auch in Rorschach haben sich Menschen im Leben und Kämpfen der Personen im Film erkannt. Betroffenen kann der Film helfen, aus dem Schweigen herauszutreten. Und er kann viele Zuschauer für eine Realität öffnen, die man sich in der Schweiz oft kaum vorstellen kann, selbst wenn man weiss, dass es auch bei uns Armut gibt. 

Einige Reaktionen aus dem Publikum:

„Der Film ist glaubwürdig, weil er authentisch ist und nichts Gestelltes hat. Menschlichkeit, Intelligenz und Bescheidenheit aller stellt er in den Vordergrund.“

„Hinter diesem Film steckt viel Arbeit. Vor allem spürt man viel Vertrauen unter allen Beteiligten.“

„Die deutschen Untertitel waren gut. Ich merkte gar nicht mehr, dass ich Untertitel las.“

„Die Stimme von Père Joseph bringt eine wichtige geschichtliche Dimension in den Film.“

Mathieu Menghini, Historiker und Kulturschaffender, moderierte am 25. Oktober das Ge-spräch nach der Filmvorführung in Genf.

„Entgegen einer ausschliesslich ökonomischen Sicht der grossen Armut, gelingt es dem Film «was ist aus uns geworden» zu zeigen, dass Ungerechtigkeit ebenso sehr mit dem Sein wie mit dem Haben, mit Erniedrigungen wie mit finanzieller Not verbunden ist.

Brand scheint uns auch die Elendsfalle zu vermeiden: einerseits, indem er uns zeigt, wie die Menschen für ihre Würde kämpfen; anderseits, indem es ihm gelingt, das ge-sprochene Wort in den Mittelpunkt seines Werks zu stellen.“ 

Sehen Sie eine Möglichkeit, den Film in Ihrer Umgebung zu zeigen, z.B. in einer Kirchgemeinde, einem Kulturhaus, …? Zögern Sie nicht, mit uns email hidden; JavaScript is required! Danke!