Eine Kinderdelegation im Bundeshaus

Am 17. Oktober, Welttag zur Überwindung der Armut, wird Nationalratspräsidentin Marina Carobbio in Bern eine Kinderdelegation empfangen.

Diese Begegnung erinnert an das erste Treffen der Bewegung ATD Vierte Welt mit einem  Bundespräsidenten. 

Vor 40 Jahren 

Am 24.Oktober 1979 empfing der damalige Bundespräsident Hans Hürlimann eine Kinderdelegation, die ihm in einem grossen Solidaritätsbuch die Botschaften von Hunderten von Kindern aus der Schweiz überbrachten. Darin kamen auch die Anliegen und Hoffnungen ihrer Familien zum Ausdruck. Zu jener Zeit, als die Armut in der Schweiz kaum zur Kenntnis genommen wurde, war es ein politisches Ereignis, den Regierungschef sagen zu hören, dass es immer noch Not leidende Kinder gebe im Land. „Der Präsident hat nicht gesagt, es gebe keine Armut mehr in der Schweiz!“ sagte am nächsten Schultag eines der Kinder, das immer wieder unter der üblen Nachrede seiner Mitschüler und ihrer Verkennung der Armut zu leiden hatte. 

40 Jahre später

Heute müssen die Kinder die Anerkennung dieser Tatsache nicht mehr erkämpfen. Armut trifft immer noch einen nicht unbedeutenden Prozentsatz der Schweizer Bevölkerung. Denn von 1979 bis 2019 haben viele soziale, politische, religiöse und kulturelle Organisationen, wie auch die Bewegung ATD Vierte Welt, das Bewusstsein für bestehende Ungerechtigkeit und Gewalt im Zusammenhang mit Armut und Ausgrenzung auch in der Schweiz geschärft. 

Für die kommenden 40 Jahre 

Die diesjährige Delegation wird die wichtige Rolle aufzeigen, welche die Kinder spielen können, indem sie die in ihrer Familie erworbenen wertvollen Kenntnisse anwenden und teilen und sich solidarisch mit andern gegen die Armut wehren, um die Welt zu verändern. 

Diese Kinder rütteln uns auf, wie Greta, die sich für Klimagerechtigkeit stark macht. Sie wollen von uns Erwachsenen gehört werden. Warten wir nicht mehr auf morgen, um unser Verhalten zu ändern, sondern tun wir schon heute alles, um in gegenseitiger Achtung und im Einsatz für die Würde jedes Menschen zusammenzuleben.

Anne-Claire Brand