Freiburger Vereine wollen der Würde ein Gesicht geben

Im September 2020 hat sich im Kanton Freiburg auf Initiative von REPER (Gesundheitsförderung und Prävention) ein Kollektiv von Vereinen (Dignité Fribourg) gebildet. Dies war eine Folge der gemeinsamen Stellungnahme, damit aus der Coronakrise Chancen für dauerhafte Veränderungen erwachsen – « Die Coronakrise als Chance für nachhaltige Veränderungen » – die von ATD Vierte Welt und Avenir social im Juni 2020 lanciert und von 28 Organisationen, die sich für die Prävention und Bekämpfung der Armut einsetzen, unterzeichnet wurde. Die Freiburger Organisationen wünschten, miteinander über die Massnahmen nachzudenken, die es jetzt und auf lange Sicht zu treffen galt. Zwei Gruppen machten sich an die Arbeit, die eine zur Nahrungsmittelhilfe und die andere zur Revision des Sozialhilfegesetzes. Der zweiten schloss sich ATD Vierte Welt an. In diesem Rahmen ist das Projekt der Videoclips entstanden. 

Videoclips, die der Würde des Menschen ein Gesicht geben

Die Freiburger Organisationen beauftragten Tokyo Moon, verschiedene Situationen der Prekarität und Ausgrenzung im Kanton Freiburg in Wort und Bild darzustellen, um die öffentliche Meinung zu sensibilisieren, die Stigmatisierung zu bekämpfen und den Widerstand und die Würde der Betroffenen sichtbar zu machen. 15 Portraits konnten so bei den beteiligten Vereinen verwirklicht werden, davon eines in Verbindung mit ATD Vierte Welt.

Mélissa, eine junge Mutter: «Manchmal hat man das Gefühl, nicht gehört zu werden.»

Im Namen von ATD Vierte Welt – und als Mitglied einer Gruppe der Volksuniversität Vierte Welt – akzeptierte die junge Mutter Mélissa, vom Schmerz der Eltern zu berichten, deren Kinder fremdplatziert sind und die wegen Covid-19 ihr Kind während zwei Monaten nicht besuchen durften. In einer Müttergruppe versuchten sie, sich im Namen aller Eltern, die solches Leid erfahren, Gehör zu verschaffen. Gute Reaktionen auf ein Interview im Radio Fribourg und einen Leserbrief in der Zeitung La Liberté sowie die Antwort auf einen Brief an die Bundespräsidentin haben ihnen Kraft gegeben und sie in ihrer Würde als Mütter bestärkt. 

Video mit deutschen Untertiteln:

Alle Videoclips sind auf der Website www.dignite-fribourg.ch verfügbar.

Die Petition: dignite-fribourg.ch/de/die-petition/