Interview mit Kerralie Fragnière zur Zusammenarbeit von eikonLAB und ATD Vierte Welt

Kerralie Fragnière, 21 Jahre alt, im vierten Studienjahr an der Freiburger Berufsfachschule für Gestaltung eikon, hat an der Entwicklung einer visuellen Kommunikation für den Start des Instagram- Accounts der schweizerischen Bewegung teilgenommen. Im Zentrum dieser Zusammenarbeit mit dem eikonLABstand die Kampagne zum 17. Oktober, dem Welttag zur Überwindung der Armut, die die institutionelle Gewalt zum Thema hatte. Im Mittelpunkt standen dabei Aussagen armutsbetroffener Personen, die im Projekt «Armut-Identität-Gesellschaft» gesammelt worden waren. 

Kerralie, du studierst an der Berufsfachschule für Gestaltung eikon in Freiburg. Worin besteht diese Ausbildung? 

Ich mache ein EFZ in Interactive Media Designer, früher nannte man diesen Beruf Multimedia-Designer. Man beschäftigt sich mit allem, was mit Ton, Video, Animation, Internet, Grafik usw. zu tun hat. Mich fasziniert vor allem Motion Design oder 2D Animation. 

Unsere Zusammenarbeit fand im Rahmen des eikonLAB statt. Kannst du uns genauer sagen, worum es da geht? 

Unser viertes und letztes Jahr besteht vor allem aus mehrmonatigen Praktikumszeiten in Unternehmen. Ein Praktikum findet im eikonLAB statt, einer mit der Schule verbundenen Struktur, die wie eine Werkstatt für «Forschung & Entwicklung» funktioniert, in der man zusammen mit professionellen Partnern Projekte entwickelt.  

Während Ihres Studiums an Projekten der Berufswelt zu arbeiten, ist eine grosse Chance, aber wohl auch eine grosse Verantwortung? 

Sicher. In den vergangenen drei Jahren arbeiteten wir hauptsächlich an fiktiven Aufträgen, um unsere Kenntnisse und unser persönliches Portfolio zu erweitern. Im LAB haben wir zum ersten Mal mit realen Mandaten zu tun und unsere Professoren erwarten von uns eine gewisse Gründlichkeit in unserer Arbeit. 

eikonLAB

Wenn ich recht verstanden habe, können Sie unter verschiedenen Projekten auswählen. Warum ATD Vierte Welt?

Zu Beginn schlägt man uns eine gewisse Anzahl an Projekten vor, die in Zweier- oder Dreiergruppen auszuführen sind. Wir notieren die Projekte, die uns am meisten interessieren, und die Professoren teilen uns dann ein. Das Projekt für ATD Vierte Welt hat sofort mein Interesse geweckt. Es ging darum, eine visuelle Kommunikation für Instagram @atd_switzerland sowie ein ansprechendes Konzept für den 17. Oktober, den Welttag zur Überwindung der Armut, zu gestalten. Ich habe mir gedacht, dass meine beiden Kollegen und ich tolle Sachen machen könnten… Und das haben wir dann auch gemacht! 

Kanntest du ATD Vierte Welt schon vorher?

Überhaupt nicht. Aber ich bin froh, euch und den Verein und seine Anliegen kennengelernt zu haben.

Armut, was ruft das heute in dir wach?

Von unserer Zusammenarbeit mit ATD Vierte Welt bleibt mir, dass niemand vor Armut gefeit ist, und dass viel mehr Menschen in der Schweiz von dieser Problematik betroffen sind, als man meint. Anders als ich dachte, ist Armut oft unsichtbar.  

Fandest du es schwierig, dich auf das Projekt von ATD Vierte Welt einzulassen?

Eine Schwierigkeit bestand in der Kommunikation über die Thematik der «institutionellen Gewalt»: die Wortwahl war sehr wichtig; ein wenig war es wie das Erlernen eines neuen Wortschatzes. Ausserdem wollten meine Kollegen und ich unbedingt eine kreative und leichte Kommunikation schaffen. Es war eine echte Herausforderung, die Problematik der Armut auf diese Weise auszudrücken, aber ich glaube, es ist uns gelungen.  

Was hast du bei der Zusammenarbeit mit ATD Vierte Welt gelernt?

Ich habe enorm viel über die Armut gelernt. Ich habe auch meine erste visuelle Instagram Kommunikation realisiert. Zudem war es mein erstes Projekt mit direktem Kundenkontakt, also mit eurer Bewegung.  

Was kann ATD Vierte Welt tun, um mit dir in Kontakt zu bleiben? Weißt du zum Beispiel, dass wir im schweizerischen Zentrum in Treyvaux «Kennenlerntage» oder «Jugendwerkstätten» durchführen? 

Mehrere der Aktivitäten habe ich über Fotos auf @atd_switzerland entdeckt. Die Stimmung und der Zusammenhalt unter den Leuten scheinen super zu sein. Vielleicht werde ich einmal daran teilnehmen, um neuen Gesichtern zu begegnen!

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für diesen Rückblick auf die Zusammenarbeit eikon – ATD Vierte Welt, und ein grosses Dankeschön auch den Studenten und Professoren für ihre wertvolle Unterstützung beim Starten unseres Instagram Accounts. Wir hoffen, dass wir unsere Zusammenarbeit mit eikon bei Gelegenheit auch mit einer neuen Gruppe von Studenten fortsetzen können. Dir, Kerralie, wünschen wir einen guten Einstieg in dein Berufsleben!

Es war mir ein grosses Vergnügen, mit euch zu arbeiten. Trotz verschiedener Sichtweisen und Interessen haben wir zusammen etwas wirklich Gutes zustande gebracht. Ich hoffe, dass ihr nicht zögern werdet, euch für weitere spannende Vorhaben wieder an eikon zu wenden!  

Vielen Dank für dieses Interview!