Jugend in Bewegung

13 Jugendlichen kamen vom 13. bis 16.Mai im nationalen Zentrum der Bewegung in Treyvaux zusammen. Sie waren gekommen, um miteinander die neue Jugenddynamik zu entdecken und zu beleben, um neue Menschen treffen, die realen Gesichter der Armut kennenlernen, diskutieren und unsere Suche nach einem Einsatz vertiefen.

Für die Mitglieder von ATD Vierte Welt ist das Haus des nationalen Zentrums in Treyvaux vor allem ein Ort der Begegnung und des Teilens, ein Ort mit einer Geschichte und einer Seele. « Das Haus des Wissens », so nennen es die langjährigen aktiven Basismitglieder Jean-Marc und Jean- Robert, oder in den Worten von Alain auch « das Haus des Glücks ». Ein Ort, an dem jeder Mensch sich selber sein kann, wo seine Kreativität, die Freude am Lernen vom andern und am Teilen des eigenen Wissens Platz finden. Ein Ort, an dem Körper, Herz und Geist zur Ruhe kommen können.

Eine Jugend, die Fragen hat und sich einsetzt

Dieser Ort hat aber seine Bedeutung nur, weil er einem Engagement dient. Jede Person, die über die Schwelle dieses Hauses tritt, engagiert sich bereits auf gewisse Weise. So war es auch für die 13 Jugendlichen – zu denen ich gehörte – die sich hier vom 13. bis 16.Mai zusammenfanden. Sie waren gekommen, um miteinander die neue Jugenddynamik zu entdecken und zu beleben, unter der Leitung von Elias und Micha, zwei ehemaligen Zivildienstleistenden, und unterstützt von den beiden Volontariatsmitgliedern Eugen und Florent. Wir wollten neue Menschen treffen, die realen Gesichter der Armut kennenlernen, diskutieren und unsere Suche nach einem Einsatz vertiefen.

An diesem Wochenende fand ein spannender Austausch statt mit starken Gedanken und Fragen eines jeden von uns. Im Anschluss an den Film « Was ist aus uns geworden » half uns Nelly Schenker zu verstehen, wieviel Vertrauen die Menschen in tiefer Armut brauchen, um es zu wagen, aus dem Schweigen auszubrechen. Mit grosser Bescheidenheit haben die Basismitglieder, Verbündeten und Volontariatsmitglieder von ihrer Erfahrung und ihrem Engagement in der
Bewegung ATD Vierte Welt zu uns gesprochen, was ihnen Kraft gibt, was sie manchmal aus der Bahn geworfen hat, wie sie miteinander unterwegs sind, im Team und mit den Menschen in grosser Armut. Ich selber konnte auch sagen, was mich auf dem Weg des Langzeitvolontariats bestärkt und was den Einsatz mit ATD Vierte Welt so bedeutungsvoll macht für mich.

Dieser Austausch fand Widerhall bei uns allen. Manchmal spürten wir Auflehnung, Trauer, Angst, Freude, Hoffnung ! Jedes Wort und jede Geschichte bewegte uns und lud uns ein zu suchen, wo es Sinn machte für uns, einen Schritt weiterzugehen. Dank der wunderbaren, von der Bewegung durchdrungenen Dolmetscherinnen Marie-Rose und Oleksandra konnten wir uns in unserer eigenen Sprache ausdrücken und verständlich machen.

Nebst diesen überaus intensiven Austauschzeiten konnten wir auch Hand anlegen und das Haus für die verschiedenen Aufenthalte im Sommer herrichten. Jean Robert hat uns ans Herz gelegt, stets über den Erhalt und die Verschönerung dieses so wichtigen Ortes zu wachen.

Verschieden und doch miteinander

Was für eine Chance, dass ich Teil dieser so vielfältigen Gruppe sein konnte! Wir waren junge Menschen aus der welschen und deutschen Schweiz, aus Frankreich und Deutschland ; Studentinnen und Studenten der Philosophie, Anthropologie, Theologie und auch der Sozialarbeit ; junge Volontariatsmitglieder, ein Schreiner, eine Krankenpflegerin, ein Erzieher, ein Informatiker. Sich kennenlernen, austauschen, lachen, singen, tanzen und feiern, auch das gehört zur Jugenddynamik ! Wir wollen sie auch weiterhin pflegen, indem wir im Herbst wiederzusammenkommen und unsere Treffen « Gemeinsam bilden wir uns weiter » alle zwei Wochen
weiterführen.

An diesem Wochenende waren wir wirklich Bewegung und ich hoffe, dass wir es bleiben.

Joana Jaquemet