Rückblick auf den Welttag zur Überwindung der Armut – 17. Oktober

Bulle

Zum vierten Mal konnte nun dieses Jahr im Musikpavillon von Bulle mit mehreren Vereinen und Bewohnern eine Stunde mit verschiedenen Darbietungen stattfinden : Lieder, Zeugnisberichte, ein Rap eines Jugendlichen, das Märchen des kleinen Kolibri und eine Geste zu den Wassertropfen : Und ich, mit welchem Tropfen kann ich heute etwas verändern? Das Treffen klang aus bei einer Tasse Tee oder heisser Schokolade und einem (eingepackten !) Gebäck, spendiert von den Studenten des Instituts Glion. 

Persönliche Berichte :

Seitdem die virtuelle Kommunikation allgegenwärtig ist, hat das Tempo der Rede die Zeit des Nachdenkens überholt. Oft drängt sich das Vorurteil zulasten des gleichwertigen Austauschs auf. Man projiziert seine Wahrheit auf die Wahrheit des andern. Und hört sich nicht mehr zu. Man schaut auf das Aussehen und stellt auf « Gerüchte » ab, bevor man die Menschen kennenlernt.

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Wie handeln ?
Freiwilligendienst besteht nicht nur aus grossen Dingen. Die kleinen Gesten zählen. Fünf Minuten lang jemandem zuhören, einen kleinen Dienst erweisen, eine Person auf ihrem Lebensweg begleiten. Das hilft, jemanden kennenzulernen und sich selber zu kennen. Jeder Mensch besitzt eine Wahrheit und nicht nur Probleme. 

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Der Park Saint Paul in Bulle ist ein Begegnungsort. Diesen Sommer fanden dort zum vierten Mal schon Aktivitäten (wie Yoga, Spiele, Imbisse) statt, bei denen sich Jugendliche, Kinder, Familien und Menschen jeden Alters vermischten. Der spürbare positive Geist gab den gewohnten Parkbesuchern das Gefühl dazuzugehören. Ganz unterschiedliche Personen konnten sich so bei einfachen und kostenlosen Tätigkeiten zusammenfinden. Das half, einander kennenzulernen, mit Menschen jeglicher Herkunft zu diskutieren, die Angst vor dem andern zu verscheuchen und Lebensfreude zu verbreiten.

Genf

Bild: 17. Oktober in Genf auch in Form von Spielen: Gemeinsam sind wir stärker!

Am 17.Oktober 2019 trafen Kinder aus der Schweiz die damalige Nationalratspräsidentin Frau Marina Carobbio Guscetti im Bundeshaus in Bern. Sie sprachen zu ihr von der Schwierigkeit, in Armut, ausserhalb der eigenen Familie oder im Krieg aufzuwachsen. Sie sagten, wie wichtig es für sie sei, einander beizustehen und Ungerechtigkeit zu bekämpfen. 

Nach dem Treffen äusserten die Kinder den Wunsch, diesen Austausch fortzusetzen. So nahmen sie sich am 17. Oktober 2020 im Haus Joseph Wresinski in Genf Zeit, das zweite Treffen mit Frau Carobbio vorzubereiten, Es sollte am 24. Oktober im schweizerischen Zentrum von ATD Vierte Welt in Treyvaux stattfinden. 

Leider musste es wegen der neuen vom Bundesrat am 18. Oktober 2020 verordneten Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus abgesagt werden.

Der 17. Oktober in der Welt

Virtuelle Gedenkfeier zum  „Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut“.
48 Min. Englisch mit französischen Untertiteln.

 

Haïti

Der 17. Oktober ist ein wichtiges Datum für Haiti und die Welt: Er markiert den Jahrestag der Ermordung von Jean-Jacques Dessalines im Jahr 1806, dem Gründervater der haitianischen Nation, der zum Ende der Sklaverei beigetragen hat.
Es ist auch der von den Vereinten Nationen erklärte «Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut».

Diese Sendung «Télé Radio Solidarité», die von Bruder Tob moderiert wird, enthält Beiträge von Personen aus der Schweiz – Rorschach (Agnès D.), Thal (Rene E.) Winterthur (Paola I.) – aus Frankreich (David C.) und aus Afrika – Kamerun (Marcelline M.) und Burkina Faso (Florent B.) – die eine Botschaft zur Verweigerung des Elends senden.

Radio solidarité, 45 Min.

Auf Haitianisch übersetztes Lied (Urtext von J.Wresinski), Musik und Interpretation von Jean-François Gay