Gemeinsam für die Würde aller (11 Kurzfilme)

Die folgenden 11 Kurzfilme in der jeweiligen Ortssprache sind deutsch und französisch untertitelt und dauern durchschnittlich. 30 Minuten.     

Diese Kurzfilme sind ein kostbarer Beitrag zur Frage: Wie kann man sich seine Geschichte aneignen, sie in Worte fassen, eine Sprache für sie finden, ihr Sinn geben und sein Leben trotz und mit seinen Gegebenheiten gestalten, persönlich und mit den andern. 

Zentralafrikanische Republik

Mitten im täglichen Überlebenskampf und in der entfesselten Gewalt der Konflikte wagen es junge Menschen unter stets drohender Lebensgefahr Kinder und ihre Eltern zu versammeln, um ihr Wissen miteinander zu teilen,  statt Andersdenkende zu bekämpfen!

Haïti

Nach dem Erdbeben von 2010 entwickelt sich die Schule «Graines d’espoir» in Port aux Princes dank eines beeindruckenden Einsatzes haitianischer Lehrerinnen, die in der Begegnung mit den Familien des Elendsviertels «Grand Ravine» den Sinn ihres Berufs finden: Eine Schule aufbauen, die allen Kindern Fortschritt bringt.   

USA

Die Bewohner von Vierteln, in denen die Armut herrscht, sind sowohl Erben des Muts als auch des Schweigens, das ihren Vorfahren auferlegt wurde. Sie knüpfen ein Netz der Solidarität mit Akteuren der Vereinten Nationen, überzeugt, dass sich die Welt vom Elend befreit, wenn die Armen und Ausgegrenzten im Denken der andern existieren.  

Peru

Von einem Randquartier in Lima bis hin zu einer Berggemeinde bei Cusco berichten junge Menschen, warum sie sich heute für jene einsetzen, die ärmer sind als sie selber.  

Bolivien

Eine Begegnung mit Menschen, die zu den ärmsten Bewohnern einer Gemeinde des Altiplano und von El Alto auf über 4000 m ü.M. gehören. Wir erfahren, was ihnen hilft, aus dem Schweigen auszubrechen, ihr Erfahrungswissen auszubauen, es anerkannt zu wissen und sich zu engagieren.  

Asien

In Taipeh

Ein Seminar versammelt Akteure aus dem sozialen, akademischen und politischen Bereich rund um den Zusammenhang von Armut und Fremdplatzierung: Wo Eltern in grosser Armut anerkannt und in ihren Hoffnungen und Bemühungen unterstützt werden, kann ein Familienzusammenschluss stattfinden.

In X’ian

Der Philosoph Chen Yue Guang untersucht das Denken und Handeln von Joseph Wresinski. Seiner Meinung nach bietet die Frage der grossen Armut einen Spiegel für jede Gesellschaft und das Denken von Wresinski einen Begegnungsort für die verschiedenen Zivilisationen.  

Libanon

In ihrem Viertel von Nabaa, einem Eingangstor für viele Flüchtlinge, haben Bewohner Beitouna (ein Dach) gegründet. Sie zeigen damit, dass ein Zusammenleben zwischen Volksgruppen, die sozial, kulturell und religiös verschieden sind, möglich ist. 

Frankreich

Normandie

Einen Namen haben und darauf stolz sein.  Sich mit andern verbinden und sein Denken entwickeln. Die Rechte aller verteidigen. All das bewegt Martine le Corre als engagiertes Basismitglied von ATD Vierte Welt, seitdem sie im Alter von 16 Jahren Joseph Wresinski begegnet ist. 

Internationales Kolloquium in Cerisy

Dialog zwischen armutserfahrenen Menschen und Akademikern. Beide Seiten sind bereit, ihr eigenes Wissen zu teilen, zu hinterfragen und so zu neuen Antworten in der Armutsbekämpfung beizutragen. 

Als die Sozialsiedlung Les Sablières abgerissen wird, wehren sich die Bewohner gegen das Vergessen und lassen ihre Stimme hören. 

Créteil, Vorort von Paris

Schweiz

Unterstadt von Freiburg

Wir begegnen Nelly Schenker, die dort geboren ist, und ihrem Einsatz, der von ihrem Land bis zur UNO führt. Davon berichtet auch ihr Buch: Es langs, langs Warteli für es goldigs Nüteli. Im Alter von 64 Jahren spricht Jean-Marc Schafer vom Wissen, das die Armut ihn lehrt und ihn herausfordert, Liebe und Frieden zu leben. 

Herstellung und Herausgabe eines Webdocs und einer USB-Vidéo-Box « Gemeinsam für die Würde aller » 

Hintergrund des Projekts 

In den Jahren 2016 bis 2018 besuchte ein mit Mitgliedern von ATD Vierte Welt verbundenes Filmteam Menschen in grosser Armut sowie Personen, die sich dauerhaft an ihrer Seite einsetzen. Das bereits vorhandene Vertrauen ermöglichte es dem Filmteam, an persönlichen Gesprächen und einem tiefen und freien Austausch auch in Gruppen teilzunehmen. 

Von der Schweiz bis Haiti, von der Zentralafrikanischen Republik zu den USA, vom Libanon nach Taiwan, von Frankreich nach Bolivien, teilen die dort besuchten Menschen ihre von äusseren Umständen unterschiedlich geprägten Lebenserfahrungen mit, die aber alle von umfassender und generationenübergreifender Armut gezeichnet sind. Sie teilen ein grosses Erfahrungswissen mit und werfen einen neuen Blick auf das:

  • Was es braucht, um Mut und Vertrauen zu bewahren, trotz allem 
  • Was hilft, das Schweigen zu brechen, das die Elends-Verhältnisse voller Unrecht und Gewalt zu allen Zeiten umgeben hat
  • Was Menschen in grosser Armut und nicht Direktbetroffene dazu führt, miteinander zu überlegen und zu handeln, um die Armut auszumerzen

300 Stunden Filmmaterial in den Sprachen Sango, Haiti Kreolisch, Arabisch, Mandarin, Englisch, Spanisch, Französisch und Schweizerdeutsch sind nun zusammengeschnitten und in einer USB-Box erhältlich:

  • Ein Dokumentarfilm von 98 Minuten: WAS IST AUS UNS GEWORDEN
  • 11 Kurzfilme zu je 30 Minuten: Portraits engagierter Menschen und neuartiger Projekte

Zweck der USB-Vidéo-Box

  • Einsichten und Erfahrungswissen der Armen zirkulieren lassen und die Barrikaden der Unwissenheit, welche Vorurteile, Diskriminierung und Ausgrenzung fördern, abbauen 
  • Neue Einsatzbereitschaft zur Bekämpfung umfassender Armut wecken
  • Räume der gemeinsamen Weiterbildung und Reflexion unter Armutsbetroffenen und Akteuren in Kultur, Hochschulen, Sozialarbeit, Politik, Spiritualität und Information öffnen

Zielpublikum

  • Die Bewohnerinnen und Bewohner der Gruppen, Stadtviertel und Dörfer, die sich an diesem Projekt beteiligt haben und denen diese „Ernte“ zuerst gehört
  • Die Länder, in denen das Filmteam aufgenommen hat, sowie die ganze internationale Gemeinschaft,    damit die Erfahrung und der allzu oft verkannte und unsichtbare Einsatz der Armen Anerkennung findet
  • Die Jugend aller Schichten und aller Länder, damit sie darin Mut und Motivation finde, um sich aktiv für Menschenwürde, Frieden und Umweltschutz einzusetzen

Erhoffte Wirkung

  • Neuer Einsatz zur Armutsbekämpfung in der Zivilgesellschaft, in staatlichen Institutionen und der internationalen Gemeinschaft, um das von den Vereinten 
  • Nationen gesetzte Ziel der nachhaltigen Entwicklung zur Beseitigung der Armut zu verwirklichen: „Niemanden zurücklassen“
  • Neue Interessenten für Langzeiteinsätze an der Seite armer und ausgegrenzter Menschen in der Schweiz und wo immer auf der Welt
  • Neue audiovisuelle Quellen: die 300 Stunden Filmmaterial werden im Internationalen Zentrum Joseph Wresinski für Erinnerung und Erforschung der Armut hinterlegt werden      

Das Projekt ist noch nicht vollständig finanziert

Wir suchen noch 21’500.-

Auf ein Gesamtbudget von rund CHF 300’000.– für Dreharbeiten, Montage, Postproduktion von Film und lokalen Videos, Vertrieb in USB-Boxen und Webdoc, kommen Beiträge in der Gesamthöhe von CHF 100’000.–  von der Association d’Éducation et d’Entraide sociales franco-suisse, vom Bistum Basel, vom Bistum Lausanne Genf und Freiburg, vom Kulturdienst der Stadt Freiburg, von zahlreichen privaten Spendern, von Unternehmensleitungen, von der gemeinnützigen Stiftung der Bank Pictet und der Stiftung Clorivière. ATD Vierte Welt hat einen Teil der Kosten übernommen und die Filmschaffenden waren bereit  für eine solidarische Entschädigung zu arbeiten.

ATD Vierte Welt sucht noch externe Finanzierungshilfen für das Budget der letzten Etappe von 2019.

Übersicht der Etappen

  • 2016 – 2017 Dreharbeiten vor Ort
  • 2018 Montage, Tonmischung, Kalibrierung, Untertitel, Herausgabe des Dokumentarfilms (FR/DE)
  • 2019 Montage, Tonmischung, Kalibrierung der Kurzfilme (Studio Trinipix GmbH, Bern)
  • 2019 Juni Herausgabe der USB-Box (in Lokalsprachen mit Untertiteln FR/DE)