«verkannt – erkannt – anerkannt»: Kreatives Forschen zu Armut und Ausgrenzung

Vom 3. bis zum 29. Mai organisiert die Regionalgruppe von ATD Vierte Welt in Rorschach künstlerische Aktionen und Veranstaltungen, die einen Raum schaffen sollen, in dem die Lebenserfahrungen armutsbetroffener Menschen valorisiert und der Gesellschaft zugänglich gemacht werden.

Das Angebot variiert zwischen Kennenlern-Aktionen im Lokal auf der Reitbahnstrasse 7, Mal-Aktionen mit Künstlern in  Quartieren und einem mehrtägigen Strassenfest mit Ausstellung der Werke.

Die Leitung der Aktionen übernehmen Agnès Dumas und der in Rorschach aufgewachsene Maler Urs Kehl, der sich schon in vielen Ländern mit ATD Vierte Welt  gegen Armut engagiert hat. Sein Talent für «journalistisches Malen in Strassen und Quartieren» entdeckte er bei einer Mission in New Orleans, als er nach dem Hurrikan Katrina begann Skizzen und Bilder der Stadt zu malen.

Mit dem Projekt «verkannt – erkannt – anerkannt» möchte Urs Kehl nun auch in seiner Heimat «Den Menschen ihre Geschichte von unten beleuchtet zurückgeben. Sichtbar machen, wie Menschen unter nie gewürdigten Bedingungen unter uns lebten und leben.»

Für die künstlerische Umsetzung wird Urs Kehl vom Pariser Maler Guendouz Bensidhoum unterstützt, der selbst in Armut aufgewachsen ist und «von der Kraft der Kunst, um sich von Elend und Unwissenheit zu befreien und Frieden zu erreichen» überzeugt ist.

Die entstandenen Bilder werden einer wachsenden Installation zugefügt, die das Team von ATD Vierte Welt mittels einer Wander-Ausstellung von Quartier zu Quartier begleiten wird.

Neben der Partizipation von armutsbetroffenen Personen und Familien ist auch die Partizipation der Einwohner von Rorschach und Umgebung Ziel der Aktion. Durch die Wanderausstellung und den Austausch mit den Künstlern oder mit teilnehmenden Personen können sie eine Realität entdecken, die Ihnen sonst verwehrt bliebe: die Lebenserfahrung armutsbetroffener Menschen in ihrer Stadt.

Auf diese Weise tragen alle Teilnehmenden dazu bei, dass die zunächst verkannte Erfahrung und Geschichte armutsbetroffener Menschen in Rorschach von den Bewohnern der Stadt erkannt wird, und sie dadurch langfristig in ihrem täglichen Kampf und als vollwertige Akteure der Gesellschaft anerkannt werden.

Wir freuen uns auf euren Besuch bei einer unserer Veranstaltungen im Mai!

Programm (Flyer)